Softcover, 160 Seiten

ISBN 978-3-99192-476-0
Ulrike Juza · Neues Buch

Seit ich
noch da bin

Tagebuch einer Heilung


Ein Buch über das Ankommen in sich selbst –
leise, eindringlich, unausweichlich.

Über das Buch

Seit ich noch da bin

Tagebuch einer Heilung

Nach einer Notoperation mit daraus folgender Krebsdiagnose begibt sich die Autorin mit ihrer Krankheit auf die Reise, anstatt gegen sie zu kämpfen. Offen für einen Neubeginn mit allen Konsequenzen, hört sie zu, was der Tumor ihr sagt, und schreibt – mit ihm als Freund und Begleiter im Miteinander von Schul- und Komplementärmedizin – eine Geschichte des Heilwerdens. Mit bedingungsloser Freude am Dasein und staunender Leichtigkeit führt sie uns die Kraft der Wandlung vor Augen, die in unserer Verletztheit liegt.
Ein tief berührendes, mutiges und ermutigendes Buch.

Dein Buch ist wunderschön. Es hat etwas Großes und Transformierendes. Du schreibst so poetisch und klug. Kühn, mutig, humorvoll, zart und schonungslos ehrlich. Danke, dass du diesen Weg gegangen bist. So berührend deine „Auferstehung”.

Bernadette S.

Ich bin tief berührt. Danke dir so sehr für dein Buch, dein Erzählen, du Lebensmutige. Was für eine Feier des Lebens. „Freude ist eine Seinsweise” – Das verinnerliche ich. Dein Buch ist ein Schatz.

Brigitta H.

Schön finde ich, dass Sie ihre Heilung so aktiv unterstützt haben und nie aufgegeben haben. Aufgeben muss nicht immer heißen, dass man keine Chemo mehr macht oder eine bestimmte OP, sondern dass man im vollen Bewusstsein bleibt und sich auf seine Art und Weise der Situation stellt. Sie haben das hervorragend getan und Dr. M ist ein Kollege, welcher dies auch verstanden hat und verstehen kann. Alles Gute weiterhin!

Primar R.

Leseprobe "Seit ich noch da bin"

Tagebuch einer Heilung

Notoperation
Nächte, die kein Ende nehmen
Freitag, 2. Juli 2021

Packe für mein Wochenende im Waldviertel. Bauchkrämpfe. Mit dem Stuhl kommt Blut. Krümme mich auf dem Sofa, bald auf dem Holzboden. Schüttelfrost, vier Stunden, bis mein Körper nur noch zittern kann. Muss ins Krankenhaus, habe keine Krankenversicherung. Kolossale Schmerzen, könnte ich noch zum Fluss hinters Haus gehen und wäre er tiefer, würde ich mich in ihm ertränken. Rufe Martin an. Ruf die Rettung! In Österreich geht keiner unter. Gebeugt, fast auf allen Vieren zum Rettungswagen. Kann nichts als den Hausschlüssel mit mir nehmen. Weiß nur, muss nach Lilienfeld. In einem großen Krankenhaus ohne Fenster zum Öffnen stürbe ich. Mutter bitten, die Versicherung für mich zu regeln. Was auch immer Schlimmes auf mich zukommt – spüre, ich werde durchgetragen. Etwas führt mich und bringt mich dahin, wo es für mich gut ist. Höre klar eine Einladung:
Willst du weiter auf der Erde sein? – Ich? Ja. Lasse mich ein auf dieses Du, das da mit mir ist.

Über die Autorin

Ich bin am Weihnachtstag 1967 geboren und wuchs im niederösterreichischen Alpenvorland auf. Nach Jahren als Werbetexterin in Wien begab ich mich 2001 auf eine Reise, die mich zufällig einmal um die Welt führte, ohne Plan oder Landkarte, damals noch ohne Mobiltelefon, ein Jahr lang mit Verkehrsmitteln, die gerade am Weg waren.

Darauf veröffentlichte ich mein Buch Die Erde ist auf den Satz gefallen. Verfasste Beiträge für Kunsteditionen und Magazine, Biografien, und spürte all die Jahre, da war noch etwas anderes in mir, das rief.

An Wegen der Heilung interessiert, absolvierte ich Ausbildungen in der Feldenkrais-Methode, Visionssucheleitung in Kalifornien und Lomi-Lomi-Massage auf Hawaii.

Derzeit lebe ich in Wien.

Ich finde dein Buch ganz toll!!! Sehr berührend und beeindruckend. Auch stilistisch, wie Poesie. Also wow! Und was du durchgemacht hast. Und was du jetzt bist.

Betti S.

Ich hab große Freude an deinem Buch! Finde es sehr bereichernd und beglückend. Schön, dass du diese Geschichte auf so so poetische und berührende Weise teilst. Danke!!!!

Sarah K.

Ich bin inspiriert durch dich, dass ich auch endlich mein Haus hergebe und in eine kleine Wohnung ziehe, bevor ich zu alt dafür bin … dein Buch ist großartig, und wie du mit der schweren Krankheit umgegangen bist.

Eva P.

Die Erde ist auf den Satz gefallen

das ist das journal einer zufallsreise um die welt. die ist auf mich zugekommen, wie ich bei der tür hinausgegangen und immer dem herzschlag um die nächste ecke gefolgt bin. ohne plan, reiseführer und landkarte. aber mit vertrauen und verkehrsmitteln, die gerade auf dem weg waren. beim mitschreiben ist salz und sand und so auf den satz gefallen. er ist mein geschenk zurück an die erde und ihre menschen.

Umschlaggestaltung: Betti Sauter, Wien
Satz und Innengestaltung: Ana Inés Tau, Córdoba (AR)
Druck und Bindung: Rema Print, Wien
Website: Harald Niessner, Berlin


© Ulrike Juza 2011.
Alle Rechte vorbehalten.

Deutsche Ausgabe: wird in Kürze neu aufgelegt.

Englische Version: derzeit noch bei mir erhältlich.

Leseprobe " Die Erde ist auf den Satz gefallen"

Ich glaube, leben ist wie einen satz schreiben. man geht, und die ganze zeit schreibt man ihn weiter, sucht sich jeden moment die schönste von den wahrscheinlichen möglichkeiten aus und erzählt dabei eine geschichte.

2001 war ein punkt, an dem fühlte sich meine an wie vorgeschrieben. da musste ich das blatt wenden und hinaussteuern auf eine leere seite. schauen, was passiert. wie die welt aussieht, wenn man blank und mit einem offenen herz auf sie zugeht. das hier ist die geschichte.
13|10

der kleine alte koffer. ein frachtschiffticket nach Montreal, nachtzug nach Hamburg. hinaus aus Ober-Grafendorf.

14|10

Hamburg. der hafen ist weit draußen in der Elbemündung. in der kantine frühstücken arbeiter. sie nehmen mich mit zum frachthafen. das schiff heißt Fortune, die crew ist indisch. oben, am ende der schiffsrampe fragt ein bayer: Sie sind ein passagier? er ist der zweite. er ist in frachtern fast schon um die ganze welt gefahren.

der hafenkran zieht die container hoch, schwingt sie auf das schiff, vor dem kabinenfenster baut sich ein horizont aus kisten auf. die ventilatoren in den wänden der kühlbehälter kreisen wie verlorene insekten.

at night seagulls sit there, sagt der Steward, er macht das bett. die Fortune tutet. sie läuft aus.

I believe that living is like writing sentences. You walk along, writing them as you go, constantly picking the most beautiful of all possibilities and in the process telling a story.

In 2001 there came a point when my story somehow felt dictated. I had to make a full stop and venture out onto a fresh page. See what would happen, what the world was like when you set forth into it blank and with an open heart. This is that story.

13|10

The little old suitcase. A cargo ship ticket to Montreal, an overnight train to Hamburg. Leaving Ober-Grafendorf.

14|10

Hamburg. The port is way out in the mouth of the Elbe. In the cafeteria, dockhands having breakfast. They go to the cargo port, take me with them. The ship is named Fortune, the crew is Indian. At the top of the gangway a Bavarian asks: Are you a passenger? That makes two of us. He has traveled almost clear around the world on cargo ships.

A crane heaves the cans, swings them onto the ship, a horizon of containers rising block by block outside my cabin window. The fans on the refrigerated ones whirr like lost insects.

At night seagulls sit there, the steward says as he makes the bed. The Fortune toots and leaves port.

Ein brisantes Thema, von dem viele Menschen betroffen sind. Die Zeit ist reif für dein Buch. Deine niedergeschriebene Weisheit, was das Leben mit uns tut, eine Haltung, die du total kennst! Die den Fluss niemals in Frage stellt. Deine Geschichte rührt an und bewegt. DANKE, dass du deine Lebens- und Sterbenseinsicht und Weisheit teilst. 

Ursula D.

Ich bin sehr beeindruckt von allem, was du durchgemacht hast. Von deiner Lebensfreude und deinem unbändigen Lebenswillen, deinem großen Vertrauen in die Heilkraft deines Körpers. Man kann viel aus deiner Geschichte und deinen Worten lernen. Man darf gegenüber Medizinern auch eigene Bedürfnisse, Meinungen und Befindlichkeiten äußern. Eine gute Verbindung zu den Ärztinnen und Ärzten aufzubauen, hast du wunderbar geschafft. Es ist sicher auch Glück, an die richtigen Menschen zu geraten, aber das kommt ebenso aus deinem Vertrauen heraus. Die liebevollen Ärztinnen und Ärzte, das gegenseitige Vertrauen und die Behandlung auf Augenhöhe waren sehr schön zu lesen.

Deine Entschlossenheit und dein Selbstvertrauen, dass es auch ohne Chemotherapie gehen kann, sind bewundernswert. Deine Verbindung zum Ganzen, zur Natur, ist dabei so spürbar. Dass alles gut gegangen ist, ist ein sehr schönes Geschenk. Sehr berührend fand ich auch, dass man sich etwas wünschen darf – vom Krankenhauspersonal zum Beispiel eine Umarmung, großartig. Auch die Einbindung deiner Träume in dein Buch finde ich sehr gelungen und von poetischer Qualität. Danke dir für das bereichernde Buch!

Hans K.

Papa hat dein Buch wunderschön und wirklich bemerkenswert empfunden. Er hat sehr lang davon geredet.

Bastian K.